>>Pressemitteilung
22.03.2012
Wellenreuther zum Equal Pay Day: Mehr Kinderbetreuung und bessere Bezahlung für Erziehung und Pflege nötig
Anlässlich des morgigen Aktionstages zur gleichen Bezahlung von Frauen und Männern fordert der Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther eine bessere Bezahlung von typischen „Frauenberufen“ und formuliert ein ehrgeiziges Ausbauziel für die Kinderbetreuung in Karlsruhe.
„Dass Frauen bei gleicher Ausbildung und gleicher bzw. vergleichbarer beruflicher und sonstiger Qualifikation zwischen acht und zwölf Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen, ist für mich ein inakzeptabler Zustand. Es ist für mich nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, diese Ungleichbehandlung zu beheben, sondern auch der Effizienz, denn Deutschland kann es sich nicht länger leisten, auf das Potenzial vieler Frauen zu verzichten“, hebt der Bundestagsabgeordnete hervor.
Ein wesentlicher Grund für den Lohnunterschied sei, dass Frauen familienbedingt ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger unterbrechen oder reduzieren. „Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist daher ein wichtiges Ziel, für das die Politik in den letzten Jahren mit dem Ausbau der Kindertagesstätten oder mit dem Elterngeld viel vorangebracht hat. Die Anstrengungen, eine qualifizierte Kinderbetreuung auszubauen, müssen aber noch verstärkt werden, um im Jahr 2015 in Karlsruhe bei den unter Dreijährigen eine Betreuungsquote von 50 Prozent zu erreichen“, gibt Wellenreuther das ehrgeizige Ziel vor und erinnert daran, dass nicht nur die Betreuung von Kleinkindern, sondern auch die Pflege älterer Angehöriger zu den Gründen gehört, aus denen Frauen ihre Berufstätigkeit häufig unterbrechen. „Auch hier muss die Politik innerhalb der anstehenden Pflegereform Lösungen anbieten. Denn sicher ist, dass diese Herausforderung mit dem demographischen Wandel nicht kleiner wird.“
Eng damit zusammen hänge eine wichtige zweite Ursache des Lohnunterschieds: „Viele Berufe, die man oft als typische Frauenberufe bezeichnet, werden schlecht bezahlt, obwohl die Arbeit von Erzieherinnen, Kranken- und Altenpflegerinnen eine herausragende Bedeutung für unsere Gesellschaft haben. Nötig ist es daher, die Pflegeberufe und den Beruf des Erziehers auch durch eine angemessene Bezahlung attraktiver zu machen und diesen nicht zuletzt auch eine höhere gesellschaftliche Anerkennung zukommen zu lassen. Nur dann wird es gelingen, den Personalmangel im Bereich der Pflege und bei den Erziehern zu beheben, junge Männer verstärkt für diese Berufszweige zu gewinnen und eine von Eltern verständlicherweise erwartete qualifizierte Kinderbetreuung sicherzustellen“, macht Wellenreuther deutlich.
Hintergrund „Equal Pay Day“:
Vom Neujahrstag bis zum 23. März 2012, dem „Equal Pay Day“, sind 82 Tage vergangen. Genauso lange müssten die Frauen in Deutschland über das Jahresende hinaus arbeiten, um auf das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen. Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern liegt in Deutschland im Durchschnitt bei 23 Prozent.
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